Studiengegenstand

Die religiösen, esoterischen und therapeutischen Lebenshilfeangebote bilden einen  unüberschaubaren Supermarkt. Gehandelt wird mit den Sehnsüchten, Wünschen und Ängsten von Menschen. Es gibt Angebote für alle Altersgruppen und sozialen Schichten. Die Produkte versprechen Seriosität, oft verbirgt sich dahinter jedoch pure Irrationalität unterschiedlichster Ausprägung.

Die Motivlage der Anbieter ist differenziert und umfasst die ganze Bandbreite von ausgeprägter Spiritualität  bis hin zu rein marktwitschaftlichem Interesse.

Typische Merkmale solcher Angebote sind Herabsetzung von Verstand und Vernunft,  kritiklose Verherrlichung der Intuition, Schaffung von Mythen und   elitär-aristokratische Erkenntnistheorie.  (vgl. 2)

Für den Einzelnen, der auf der Sinnsuche ist, der ein akutes Problem hat oder ein nicht bewältigtes Lebensthema mit sich herumträgt, ist es  schwer, all diese Versprechungen und Verheißungen bei Erstkontakt zu durchschauen. Wie soll man erkennen, ob ein Angebot hilfreich ist, oder ob es neue Probleme und eventuell folgenschwere Abhängigkeiten schafft? Die Angebote und Verheißungen kommen in den verschiedensten Gewändern daher: Seminare, Workshops, Vorträge, Meditations­abende etc.. Anbieter sind Einzelpersonen, Firmen, private und öffentlich-rechtliche Institutionen, politische Vereinigungen,  Stiftungen oder Vereine.

Esoterische und parawissenschaftliche Marktangebote (EPM) sind geprägt durch begriffliche Unschärfe. Die Anbieter vermeiden in der Regel eine  klare Begriffsdefinition, sind nicht in der Lage eine solche zu liefern oder spekulieren gezielt auf missverständliche Interpretation wissenschaftlicher oder umgangssprachlicher Begriffe.  Potenzielle Rezipienten verbinden mit den Angeboten bei Erstkontakt mehrheitlich andere Inhalte als die Anbieter. Diesem Problem widmet sich die Studie im Rahmen einer begriffserklärenden Datenbank. Diese Datenbank bildet eine wesentliche Voraussetzung dafür, EPM rational zu interpretieren und sie somit dem vorbeugenden Verbraucherschutz auf dem Psychomarkt zugänglich zu machen.

Die Marktsituation ist für EPM  im deutschsprachigen Raum regional sehr unterschiedlich. Neben den EPM-Anbietern sind Faktoren und Akteure des Marktes, die  die gesellschaftliche Akzeptanz von EPM direkt oder indirekt fördern sowie deren Interaktion Gegenstand der Untersuchungen. Dazu wird die Entwicklung des Einflusses ausgewählter am Markt aktiver Personen,  Berufsgruppen, Organisationen und Institutionen auf die Verbreitung von EPM im deutschsprachigen Raum in Wechselwirkung zu den gegebenen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen über einen längeren Zeitraum beobachtet und dokumentiert.

Die Studie wird in mehreren Stufen durchgeführt. In der ersten Phase handelt es sich um eine vorrangig quantitative Studie, eine offene Datensammlung mit Vorkenntnissen und Vorannahmen vorläufigen Charakters. Die Laufzeit der Studie ist auf mindestens 5 Jahre konzipert.

Ausgewählte Ergebisse der Studie werden im zulässigen rechtlichen Rahmen online in Form von Anbieterbeschreibungen, einem Lexikon zu Begriffen, Personen und Netzwerken der EPM-Szene und eines thematisch geordneten Textarchives der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. In den Anbieterbeschreibungen wird der Beschreibung der EPM durch die Anbieter eine wissenschaftliche begründete Interpretation der Angebote gegenüber gestellt. Durch die Anbindung des Textarchives, des Lexikons und anderer Datenbanken an die Anbieterbeschreibung werden dem Leser weiterführende  eigene Recherchen ermöglicht.

Interessenten, die sich an der Feldstudie zu esoterischen und parawissenschaftlichen Marktangeboten in A/CH/D beteiligen möchten, können sich über FEPA-LOGIN zu diesem Projekt anmelden. Die Datenbanken sind als web 2.0 konzipiert. Mit einer Fördermitgliedschaft im Verein VIKAS oder einer Spende können Sie uns bei unserer Arbeit unterstützen.

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